Werner-Fuß-Zentrum

Irren-Offensive e.V.
Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V.
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Tel.: 030-291 100, Fax.: 030-782 8947, , www.psychiatrie-erfahrene.de

Sonntag, 24. Februar 2002

Presseerklärung

 
Skandal:
Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie macht sich parteiisch für psychiatrische Genetik und tagt unter Polizeischutz von drei Mannschaftswagen !!
Verhöhnung der Betroffen kaum zu übertreffen, wenn diese aufgefordert werden, auch noch an so einem obszönen Kongress aktiv teilzunehmen.
 
Obwohl Monika Bormann, die uns im Namen des Ethikbeirates der DGVT einlud, einen Beitrag zu machen, von uns zwei mal darauf hingewiesen wurde, sich auf unserer Website über unsere Auffassungen kundig zu machen und sie dort auf der Website des Horrors sehen konnte, daß wir Psychiatrische Genetik als Neo-Nazi-Eugenik bezeichnet haben, hat sie an dieser Einladung festgehalten, ohne uns auf die Einladung von Herrn Prof. Propping zum Eröffnungs- und Rahmenvortrag des Kongresses hinzuweisen. Nachdem uns dies kurzfristig bekannt geworden ist, haben wir die Kongressleitung bzw. den Ethikbeirat der DGVT aufgefordert, Herrn Prof. Propping wieder auszuladen. Als Handlungsalternative baten wir bis heute morgen um eine Entschuldigung für diese Einladung. Beides ist nicht geschehen.
Wir schließen daraus, daß in dem geschichtsrevisionistischen Versuch, das Vergessen zu organisieren, von der DGVT der Schulterschluß mit der scheinwissenschafttheoretischen Prämisse systematischer Gaskammermassenmorde in Deutschland, mit psychiatrischer Genetik, für möglich gehalten wird. Der Kongressleitung ist die Bösartigkeit ihres Handelns bewußt, hat sie doch drei Mannschaftswagen der Polizei angefordert: Etwa um uns vor dem Übergriff  von Prof. Propping zu schützen? Oder vielmehr als überdeutliches Zeichen, wie die DGVT bereit ist, mit staatlichen Gewaltmaßmahmen die genetische Mißhandlung derer durchzusetzen, die sich nicht freiwillig abtreiben lassen wollen.
 
Selbstverständlich wäre ein Beitrag von uns auf einem Kongress, der erbhygienische Vorstellungen für diskussions- und gesellschaftsfähig hält, das zynische i Tüpfelchen des Versuchs einer Verarschung der Betroffenen von psychiatrisch-therapeutischen Gewaltmaßnahmen eines Kerkersystems mit folterartig erlebten, fortgesetzten und schweren Verletzungen grundlegender Menschenrechte.
 
Uns bleibt nur noch eine Frage: wird nächstes mal der Ku Klux Klan eingeladen und übernächstes mal die NPD zur Vorstellung ihrer "Gesellschaftstherapie"?
 

gez. die beiden Vereinsvorstände

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